Neue Features in Windows Server vNext

Da die Technical Preview der nächsten Windows Server Generation nun schon seit ein paar Wochen verfügbar ist, dürfen wir auch endlich mal öffentlich etwas über die Features der neuen Version schreiben. Hier sind unserer Meinung nach wichtiges Features aufgeführt. Ob jedes Feature genau so seinen Weg in die finale Version finden wird, können wir natürlich nicht sagen und ob nicht noch weitere Features dazukommen, ist ebenfalls nicht bekannt, aber es ist ein guter Anfang.

 

Rolling Cluster Updates

Ein Feature auf das ich seit vielen Jahren warte. Endlich kann man Windows Server vNext und Windows Server 2012R2 Maschinen in einem Cluster betreiben. Dieser sogenannte Mixed-Mode kann dazu genutzt werden, Cluster auf die neue Betriebssystemversion zu heben, ohne das die VMs dabei zu irgendeinem Zeitpunkt heruntergefahren werden müssen. Solange der Cluster sich im Mixed-Mode befindet, können keine der vNext Features genutzt werden. Dies wird an einem Clusterfunktionslevel festgemacht. Während dieser Zeit ist es aber möglich, die VMs zwischen allen Knoten, egal ob alt oder neu, live zu migrieren. Erst wenn die Migration abgeschlossen ist und der Clusterfunktionslevel angehoben wurde, ist der Cluster ein reiner Windows Server vNext Cluster und kann auch dann mit allen neuen Features genutzt werden.

 

Neues Fileformat für VM Configurationen

VM-Configurationsfiles haben in vNext ein binäres Format welches erheblich performanter und stabiler sein soll. Korrupte Configurationsfiles gehören somit der Vergangenheit an. Die neuen Configurationsfiles werden die Endung .VMCX haben, Running State Data Files die Endung .VMRS. Durch das neue binäre Fileformat können die Dateien nicht mehr mit einem herkömmlichen Editor bearbeitet werden.

 

Checkpoints für Produktion

Bisher sollten VM-Checkpoints nur für Test- und Entwicklungszwecke eingesetzt werden. Microsoft hat ausdrücklich davor gewarnt, Checkpoints als Backupersatz zu verwenden, da Checkpoints nicht garantieren konnten konsistent zu sein. Mit vNext setzt Microsoft bei den Checkpoint bewährte auf VSS basierende Backuptechnologien ein,womit Checkpoints dann auch für die Produktionsumgebungen freigegeben werden können. Ebenfalls können Checkpoints auch als Backupalternative genutzt werden.

 

Update von Integrationskomponenten über Windows Update

Endlich kann man da nur sagen. Bisher war es teil sehr kompliziert, die Integrationskomponenten der VMs auf einem aktuellen Stand zu halten. Microsoft mir vNext das Update der Integrationskomponenten auf Windows Update umgestellt. Man braucht sich also nicht mehr darum kümmern, die VMs auf dem neuesten Stand zu halten.

 

Unterschiedliche Credentials bei Zugriff auf Remote Hosts

Mit vNext kann man bei Zugriff auf einem Remote-Host andere Credentials mitgeben und diese sogar bei Bedarf in einem Credential-Store speichern, somit entfällt lästiges an- und abmelden mit unterschiedlichen Benutzern.

 

Hyper-V Manager supported ältere Versionen

Mit dem Hyper-V Manager von vNext kann man nicht nur vNext sondern auf Windows Server 2012/2012R2 und Windows 8/8.1 Hyper-V verwalten.

 

Wechsel des Hyper-V Management-Protocols

Mit dem Wechsel auf vNext kann das Hyper-V Management Protocol auf auf WS-MAN umgestellt werden, welches CredSSP, Kerberos und NTLM verwendet. Somit können Livemigrationen durchgeführt werden ohne vorher aufwendige constrained Delegation zu implementieren. Da WS-MAN über den Port 80 arbeitet, sollte es auch bei den meisten Firewalls keine Probleme geben.

 

Secure-Boot für Linux

Ubuntu 14.04 und SLES 12 supporten bereits Secure-Boot, der nun auch in Verbindung mit Hyper-V genutzt werden kann.

 

Hotswap Memory und Netzwerkkarten

RAM und Netzwerkadapter der virtuellen Maschinen können mit vNext im laufenden Betrieb verändert werden. Das Besondere dabei ist, dass der RAM nicht nur erhöht, sondern auch im laufenden Betrieb reduziert werden kann.

 

Hyper-V Connected Standby

Für Server ist dieses Feature eher uninteressant, aber zu Testzwecken kann ja auch ein Windows 8 oder ein sogar ein Windows Server 2012 auf einem Notebook betrieben werden. Geht dieses Notebook dann in den Standby-Modus, werden die virtuellen Maschinen entweder heruntergefahren oder pausiert um hier einen Konsistenten Zustand zu erhalten.

 

Storage-QOS

Auf Microsoft basierendem Storage, also dem Scale-Out Filserver ist mit vNext ein Storage Quality of Service möglich um Bandbreiten zum Storage entweder zu begrenzen oder durch SLA fest zugesagte Bandbreiten garantieren zu können.

 

Storage-Replica

In vNext können sowohl synchrone als auch asynchrone Storagereplikationen zwischen einzelnen Servern oder auch Clustern eingerichtet werden. Somit ist nun standortübergreifendes arbeiten mit synchron gespiegeltem Storage mit reinen Windows-Mitteln realisierbar. Für die auf SMB3 basierende synchrone Storagereplikation ist lediglich eine maximale Latenz von weniger als 5ms notwendig.

 

DAS-Storage

Direct attached Storage ermöglicht es, lokale Festplatten in Servern als Storage zu nutzen und auch mehrere Server zu einem Storageverbund zusammenschließen zu können.

 

JEA – Just Enough Admin

Über dieses Feature ist leider noch nicht soviel bekannt. Nur soviel, dass Microsoft hiermit versuchen möchte, Administratoren zu beschränken indem z.B. nur bestimmte Powershell-CMDlets zugelassen werden. Wie das Feature im fertigen Server aussehen wird und wie weit diese Einschränkungen gehen, bleibt abzuwarten.

 

MultiPoint Services

Der MultiPoint Server der bislang nur als eigenständiges Produkt zu kaufen war und der es Lehrern erlaubt zu sehen, was auf den Rechnern der Schüler passiert, die Steuerung zu übernehmen usw. wird nun als MultiPoint Services in die Remotedesktopdienste integriert.

 

Das war ein erster Einblick in die neuen Features des Server. Es gibt noch jede Menge mehr kleiner Änderungen, aber mit den Hauptänderungen sollte es das jetzt erst mal gewesen sein.

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